Konstruktion, 1932

KONSTRUKTION
1932
Öl auf Hartfaserplatte
34 x 26,5 cm

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann eine große Wende in der Kunst. Malerei und Plastik entfernten sich zusehends von figuralen hin zu abstrakteren Darstellungsformen. Die Kunst suchte nach neuen Bildformeln und die Künstler dieser Zeit fanden mannigfaltige Antworten.
André Evard war insbesondere von durchdachten und streng- geometrischen Bildaufbauten fasziniert.
Anzeichen, die man schon in früheren Werken wiedererkennt und die zu einer völligen Loslösung vom figuralen Gegenstand geführt haben.

Dieses konkret-konstruktive Werk Evards besticht insbesondere durch seine rhythmische Anordnung der Konstruktionslinien.
Mit den sich überkreuzenden Diagonalen wird der Bildraum mosaikartig zerteilt, wodurch ein motivisch losgelöstes, jedoch in sich stimmiges Raumgefüge aus Formen und Farben entsteht.
Durch die schraffierende Linienführung aus vertikalen und diagonalen Strichen generiert sich ein geometrischer Formenkanon variabel positionierter Dreiecke. Dieser wird durch die teilweise farbige Ausfüllung mehrerer Dreiecke um neue geometrische Formschemata erweitert.
Ein Vergleich mit den Werken Theo Van Doesburgs (1883 – 1931) liegt nahe, gab es zwischen den beiden Künstlern ja auch eine ganz persönliche Beziehung, welche auch in einem dokumentierten Schriftwechsel deutlich wird.

Van Doesburg versuchte Zeit seines Lebens vergeblich den Schweizer zur Mitarbeit in der von ihm mitbegründeten De Stijl-Bewegung zu gewinnen. Doch dieser lehnte vehement ab.
Er wollte sich nie festlegen und in seiner Kunst einschränken lassen. Denn Evard war Künstler mit Leib und Seele. Zeit seines Lebens verfolgte er darum seine eigenen künstlerischen Ziele und schwamm zeitweise auch geduldig gegen den Strom.