Konkret Konstruktiv

Bereits seit 1913 beschäftigt sich André Evard mit der Frage, wie er abstrakte Formen in seine Werke einfließen lassen kann. Er möchte mit seiner Kunst neue Wege beschreiten und strebt bewusst eine geometrische Malerei mit klaren, systematischen Kompositionen an. Evard fasst seine Gemälde seitdem vorwiegend in zwei Ebenen auf: ein naturgetreuer Vordergrund und ein abstrakter Hintergrund, der dennoch auf Formen aus der dinglichen Welt basiert. Einen Schritt weiter geht Evard erst später mit seiner konstruktivistisch-konkreten Kunst, in der er Formen nicht mehr aus Gegenständen ableitet, sondern ungegenständliche Formen ganz neu erschafft.

„Ich war, wie andere der Zwanzigerjahre, ein Mann meiner Zeit, der Gegenwart. Meine damalige ungegenständliche Malerei war durch und durch mechanisch. Sie ist mit dem Kompass, dem Lineal und dem Rechenschieber gemacht. Auch die Farbe gehorcht unerbittlicher Strenge. Es gibt Farbgesetze – ob sie unbewusst oder wissenschaftlich vom Maler angewendet werden, sie existieren (…). Das Wichtigste sind also immer die Komposition, die Geometrie, das Volumen und die Proportionen.“